Fehler in WordPress systematisch finden und beheben: die Schritt-für-Schritt-Methode

Veröffentlicht am

· von Norbert Hofmann

Kurz gesagt: Die meisten WordPress-Fehler entstehen durch ein Plugin, das Theme oder eine Änderung am Server. Gehe immer in derselben Reihenfolge vor: Backup, Fehler genau notieren, Cache leeren, Fehlerprotokoll einschalten, Plugins und Theme nacheinander ausschließen, dann Server prüfen. Kommst du nicht weiter, stell die Frage mit allen gesammelten Informationen im Forum.

Diese Seite ist der Einstieg in den Bereich Fehler & Probleme. Unten findest du eine Übersicht der häufigsten Fehlermeldungen mit Links zu den passenden Lösungen.

Schritt 1: Nichts verschlimmern

Bevor du etwas änderst, sicherst du den aktuellen Zustand, auch wenn er kaputt ist. So kannst du jeden Versuch rückgängig machen. Wie das geht, steht in WordPress-Backup erstellen. Arbeite dann immer nur an einer Stelle gleichzeitig. Wer fünf Dinge auf einmal ändert, weiß hinterher nicht, was geholfen hat.

Schritt 2: Den Fehler genau beschreiben

  • Was genau passiert? Wortlaut der Fehlermeldung kopieren, Screenshot machen.
  • Wo? Nur im Backend, nur im Frontend, nur auf einer Seite, nur für angemeldete Benutzer, nur auf dem Handy?
  • Seit wann? Und was wurde kurz davor geändert: Update, neues Plugin, Hoster-Umstellung, PHP-Version?
  • Immer oder nur manchmal? Sporadische Fehler deuten oft auf Serverlast oder Caching hin.

Die Frage „Was hat sich geändert?“ löst erfahrungsgemäß die Hälfte aller Fälle.

Schritt 3: Caches leeren

Leere den Cache deines Browsers (oder teste in einem privaten Fenster), den Cache deines Cache-Plugins, einen Server-Cache des Hosters und, falls vorhanden, den eines CDN. Viele „Fehler“ sind nur alte Versionen einer Seite.

Schritt 4: Fehlermeldungen sichtbar machen

„Es gab einen kritischen Fehler auf dieser Website“ verrät nichts über die Ursache. WordPress schickt in diesem Fall eine E-Mail an die Admin-Adresse mit Details und einem Link zum Wiederherstellungsmodus, in dem das verantwortliche Plugin pausiert wird. Schau also zuerst ins Postfach. Zusätzlich schaltest du das Fehlerprotokoll in der wp-config.php ein:

define( 'WP_DEBUG', true );
define( 'WP_DEBUG_LOG', true );
define( 'WP_DEBUG_DISPLAY', false );

Lade die fehlerhafte Seite neu und öffne wp-content/debug.log. Die letzte Zeile mit „Fatal error“ nennt Datei und Zeile. Steht dort ein Plugin- oder Theme-Ordner, hast du den Verursacher. Schalte das Protokoll nach der Suche wieder ab und lösche die Datei. Außerdem lohnt ein Blick in das PHP-Fehlerprotokoll im Kundenmenü deines Hosters.

Schritt 5: Plugins ausschließen

  1. Deaktiviere alle Plugins unter Plugins → Installierte Plugins (alle markieren, „Deaktivieren“).
  2. Ist der Fehler weg, aktiviere die Plugins einzeln wieder und prüfe nach jedem, ob der Fehler zurückkommt.
  3. Kommst du nicht ins Backend, benenne per SFTP den Ordner wp-content/plugins in plugins-aus um. Alle Plugins sind dann deaktiviert. Danach wieder zurückbenennen und im Backend einzeln aktivieren.

Auf einer Live-Website ohne Störung der Besucher hilft das Plugin „Health Check & Troubleshooting“: Sein Fehlerbehebungsmodus deaktiviert Plugins nur für dich, Besucher sehen die normale Seite.

Schritt 6: Theme ausschließen

Wechsle testweise auf ein aktuelles Standard-Theme wie Twenty Twenty-Five. Verschwindet der Fehler, liegt er im Theme oder Child-Theme, oft in einer Anpassung der functions.php. Ohne Backend benennst du den Ordner des aktiven Themes per SFTP um, WordPress fällt dann auf ein installiertes Standard-Theme zurück. Halte deshalb immer eines als Reserve installiert.

Schritt 7: Server und Kern prüfen

  • Website-Zustand: Werkzeuge → Website-Zustand zeigt Probleme mit PHP, Datenbank, Dateirechten und geplanten Aufgaben.
  • PHP-Version: Wurde sie vom Hoster umgestellt? Siehe PHP-Version herausfinden.
  • Limits: Speicher, Ausführungszeit, Speicherplatz, siehe Speicherlimit erhöhen.
  • Kerndateien: Beschädigte oder veränderte Dateien findest du mit WP-CLI (siehe unten) und ersetzt sie wie in WordPress-Update durchführen beschrieben.
  • Hack ausschließen: Fremde Weiterleitungen, unbekannte Admins oder Spam-Inhalte sprechen für einen Einbruch, siehe WordPress sicherer machen.

Die häufigsten Fehlermeldungen

Meldung oder SymptomHäufige UrsacheLösung
„Es gab einen kritischen Fehler“, weiße SeitePHP-Fehler in Plugin oder ThemeSchritte 4 bis 6 dieser Seite
Allowed memory size exhaustedSpeicherlimitSpeicherlimit erhöhen
Cannot modify header informationLeerzeichen oder BOM in PHP-DateiHeaders already sent beheben
Fehler 500.htaccess, Rechte, PHP-FehlerFehler 500 beheben
Beiträge liefern 404Rewrite-Regeln fehlenPermalinks geändert, kein Zugriff
Upload schlägt fehlRechte, SpeicherplatzUpload-Fehler beheben
Datei nicht beschreibbar, FTP-Daten werden abgefragtDateirechte, EigentümerDatei ist nicht beschreibbar
Anmeldung klappt nichtCookies, Adresse, PluginAnmeldung klappt nicht
Umlaute kaputtZeichenkodierungProbleme mit Sonderzeichen
Kurzzeitig nicht verfügbar wegen Wartungsarbeitenabgebrochenes UpdateWordPress-Update durchführen
Fehler beim Aufbau einer DatenbankverbindungZugangsdaten, DatenbankserverZugangsdaten in wp-config.php prüfen, Beispiel mit Datenbank-Host: WordPress bei STRATO
Englische Texte trotz deutscher Sprachefehlende ÜbersetzungenEnglischer Text trotz Deutsch

Für Fortgeschrittene: Fehlersuche per WP-CLI

# WordPress ohne Plugins und Theme laden (zeigt, ob der Kern läuft)
wp --skip-plugins --skip-themes option get siteurl

# Alle Plugins deaktivieren und einzeln aktivieren
wp plugin deactivate --all
wp plugin activate beispiel-plugin

# Auf Standard-Theme wechseln
wp theme activate twentytwentyfive

# Kern- und Plugin-Dateien prüfen
wp core verify-checksums
wp plugin verify-checksums --all

# Letzte Einträge im Fehlerprotokoll
tail -n 50 wp-content/debug.log

# Datenbank auf Fehler prüfen
wp db check

Mit --skip-plugins=beispiel-plugin schließt du gezielt einzelne Plugins für einen WP-CLI-Befehl aus. Das ist nützlich, wenn ein defektes Plugin sogar WP-CLI zum Absturz bringt.

Richtig um Hilfe fragen

Je genauer deine Angaben, desto schneller die Hilfe. Nenne im Forum: die exakte Fehlermeldung, was du zuletzt geändert hast, was du schon probiert hast (Schritte oben), WordPress- und PHP-Version sowie den Bericht aus Werkzeuge → Website-Zustand → „Bericht in die Zwischenablage kopieren“. Entferne vorher Zugangsdaten und Angaben, die du nicht öffentlich teilen willst.

Frage dazu? Stell deine Frage mit allen Angaben im Forum „Fehler & Probleme“: Zum WPDE-Forum

Häufige Fragen

Gehen beim Deaktivieren von Plugins Daten verloren?

Nein, deaktivieren löscht keine Einstellungen. Anders ist es beim Löschen eines Plugins, das seine Daten beim Deinstallieren entfernt.

Die Wiederherstellungs-Mail kommt nicht an. Was nun?

Prüf den Spam-Ordner und die Admin-E-Mail-Adresse unter Einstellungen → Allgemein. Ohne Mail führt der Weg über SFTP oder WP-CLI wie oben beschrieben.

Quellen

Über den Autor: Norbert Hofmann

Norbert betreibt das WPDE-Forum und hat jahrelang im technischen Support eines Webhosters täglich WordPress-Seiten betreut. Heute arbeitet er als Cyber Defense Analyst, hat Sicherheitslücken in WordPress-Plugins gefunden (veröffentlichte CVEs) und engagiert sich mit deepfake.de gegen Betrug mit Deepfakes. Mehr auf norberthofmann.com.

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