Automatische Updates in WordPress konfigurieren: Kern, Plugins und Themes

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· von Norbert Hofmann

Kurz gesagt: WordPress installiert Wartungs- und Sicherheitsupdates des Kerns (etwa von 6.8.1 auf 6.8.2) standardmäßig automatisch. Automatische Updates für Hauptversionen, Plugins und Themes schaltest du selbst ein: unter Dashboard → Aktualisierungen für den Kern und in den Listen unter Plugins bzw. Design → Themes per Link „Automatische Aktualisierungen aktivieren“. Feinsteuerung ist über Konstanten in der wp-config.php und Filter möglich. Aus Sicherheitssicht empfehlen wir, Auto-Updates mindestens für Sicherheitsupdates aktiv zu lassen.

Welche Updates WordPress von selbst installiert

Update-ArtBeispielStandardWo einstellen
Kern: Wartung und Sicherheit6.8.1 → 6.8.2automatischwp-config.php
Kern: Hauptversion6.8 → 6.9je nach Installation, bei neuen Installationen meist anDashboard → Aktualisierungen
Pluginsjedes Plugin einzelnausPlugins → Installierte Plugins
Themesjedes Theme einzelnausDesign → Themes
ÜbersetzungenSprachdateienautomatischFilter

Die Updates laufen im Hintergrund über WP-Cron, also bei Seitenaufrufen. Hat deine Website kaum Besucher oder ist WP-Cron deaktiviert, finden sie seltener oder gar nicht statt. Nach jedem automatischen Update verschickt WordPress eine E-Mail an die Admin-Adresse.

Anleitung: Auto-Updates im Backend einstellen

  1. Kern: Öffne Dashboard → Aktualisierungen. Oben steht, ob nur Wartungs- und Sicherheitsupdates oder alle neuen Versionen automatisch installiert werden, mit einem Link zum Umschalten.
  2. Plugins: Unter Plugins → Installierte Plugins steht in der Spalte „Automatische Aktualisierungen“ bei jedem Plugin ein Link zum Aktivieren. Für mehrere Plugins auf einmal markierst du sie und wählst die entsprechende Mehrfachaktion.
  3. Themes: Unter Design → Themes ein Theme anklicken und im Detailfenster „Automatische Aktualisierungen aktivieren“ wählen.

Fehlen die Links, hat ein Plugin, dein Hoster oder eine Einstellung in der wp-config.php die automatischen Updates abgeschaltet oder verwaltet sie selbst.

Auto-Updates: ja oder nein?

Veraltete Plugins sind eine der häufigsten Ursachen für gehackte WordPress-Seiten. Viele Sicherheitslücken werden schon wenige Tage nach Veröffentlichung des Patches automatisiert ausgenutzt. Wer Updates nur gelegentlich von Hand einspielt, ist in dieser Zeit angreifbar. Dem steht das Risiko gegenüber, dass ein Update etwas kaputt macht. Seit WordPress 6.6 wird ein Plugin automatisch zurückgesetzt, wenn sein Auto-Update einen schweren Fehler auslöst, was dieses Risiko verringert.

Unsere Empfehlung: Sicherheitsupdates des Kerns immer automatisch. Plugins und Themes aus vertrauenswürdigen Quellen ebenfalls automatisch, kombiniert mit einem täglichen Backup. Nur kritische Erweiterungen wie Shop- oder Page-Builder-Plugins aktualisierst du von Hand nach einem Test. Mehr zu manuellen Updates liest du in WordPress-Update durchführen.

Für Fortgeschrittene: Steuerung per wp-config.php

// Alle Kern-Updates automatisch, auch Hauptversionen
define( 'WP_AUTO_UPDATE_CORE', true );

// Nur Wartungs- und Sicherheitsupdates (Standard)
define( 'WP_AUTO_UPDATE_CORE', 'minor' );

// Kern-Updates komplett aus (nicht empfohlen)
define( 'WP_AUTO_UPDATE_CORE', false );

// Sämtliche automatischen Updates abschalten (nicht empfohlen)
define( 'AUTOMATIC_UPDATER_DISABLED', true );

Verwende jeweils nur eine der WP_AUTO_UPDATE_CORE-Zeilen. Beachte: Ist DISALLOW_FILE_MODS auf true gesetzt, kann WordPress weder Updates noch Plugins installieren, auch keine automatischen.

Für Fortgeschrittene: Steuerung per Filter

Filter gehören in ein kleines Must-Use-Plugin, also eine PHP-Datei im Ordner wp-content/mu-plugins/, nicht in die functions.php deines Themes:

<?php
// Alle Plugins automatisch aktualisieren, außer WooCommerce
add_filter( 'auto_update_plugin', function ( $update, $item ) {
    if ( isset( $item->slug ) && 'woocommerce' === $item->slug ) {
        return false;
    }
    return true;
}, 10, 2 );

// Themes automatisch aktualisieren
add_filter( 'auto_update_theme', '__return_true' );

// Keine E-Mail nach erfolgreichen Plugin-Updates, nur bei Fehlern
add_filter( 'auto_plugin_update_send_email', function ( $enabled, $results ) {
    foreach ( $results as $result ) {
        // Erfolg ist genau true, Fehler sind false, null oder ein WP_Error-Objekt
        if ( true !== $result->result ) {
            return true;
        }
    }
    return false;
}, 10, 2 );

Mit WP-CLI verwaltest du Auto-Updates ohne Backend:

# Status aller Plugins
wp plugin auto-updates status --all

# Auto-Updates für alle Plugins einschalten
wp plugin auto-updates enable --all

# Für ein Theme ausschalten
wp theme auto-updates disable twentytwentyfive

Wenn Auto-Updates nicht laufen

  • Prüfe unter Werkzeuge → Website-Zustand die Tests „Hintergrund-Aktualisierungen“ und „Geplante Ereignisse“.
  • Liegt ein .git– oder .svn-Ordner im WordPress-Verzeichnis, deaktiviert WordPress Kern-Updates, um die Versionskontrolle nicht zu stören.
  • Fehlende Schreibrechte verhindern Updates. Siehe Datei ist nicht beschreibbar.
  • Ist WP-Cron mit DISABLE_WP_CRON abgeschaltet, muss ein echter Cronjob beim Hoster wp-cron.php regelmäßig aufrufen.

Wie eine Installation von Anfang an sauber eingerichtet wird, zeigt WordPress installieren. Weitere Antworten zum Thema findest du im Bereich Installation & Updates und unter WordPress sicherer machen.

Frage dazu? Ein Auto-Update hat deine Seite lahmgelegt? Frag im Forum „Fehler & Probleme“: Zum WPDE-Forum

Häufige Fragen

Kann ein automatisches Update meine Seite kaputt machen?

Das ist selten, kommt aber vor. Seit WordPress 6.6 setzt WordPress ein Plugin zurück, wenn dessen Auto-Update einen schweren Fehler auslöst. Ein tägliches Backup bleibt trotzdem Pflicht.

Werden Premium-Plugins automatisch aktualisiert?

Nur, wenn das Plugin über einen eigenen Update-Mechanismus mit gültiger Lizenz verfügt und sich in das WordPress-Update-System einklinkt. Das ist bei den meisten seriösen Anbietern der Fall.

Quellen

Über den Autor: Norbert Hofmann

Norbert betreibt das WPDE-Forum und hat jahrelang im technischen Support eines Webhosters täglich WordPress-Seiten betreut. Heute arbeitet er als Cyber Defense Analyst, hat Sicherheitslücken in WordPress-Plugins gefunden (veröffentlichte CVEs) und engagiert sich mit deepfake.de gegen Betrug mit Deepfakes. Mehr auf norberthofmann.com.

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