Kurz gesagt: Ja, es gibt ein offizielles Verzeichnis: wordpress.org/plugins mit über 73.000 kostenlosen Plugins. Du musst es nicht einmal im Browser öffnen, denn es ist direkt in dein Dashboard eingebaut: Plugins → Neues Plugin hinzufügen. Kostenpflichtige Premium-Plugins kaufst du direkt beim Hersteller. Finger weg von „genullten“ Gratis-Kopien kostenpflichtiger Plugins.
Plugins im Dashboard suchen und installieren
- Öffne Plugins → Neues Plugin hinzufügen.
- Gib oben rechts einen Suchbegriff ein, am besten die Funktion statt eines Namens, etwa „Kontaktformular“, „Backup“ oder „SEO“. Englische Begriffe liefern oft mehr Treffer.
- Klicke bei einem Treffer auf „Mehr Details“ und prüfe die Angaben (siehe nächster Abschnitt).
- „Jetzt installieren“, danach „Aktivieren“.
Hast du ein Plugin als ZIP-Datei gekauft, lädst du es auf derselben Seite über Plugin hochladen hoch. Fehlt der Menüpunkt „Neues Plugin hinzufügen“, hast du entweder keine Administratorrechte, oder die Installation ist per DISALLOW_FILE_MODS gesperrt, was bei manchen Managed-Hostern der Fall ist.
Gute Plugins erkennen
Nicht jedes Plugin im Verzeichnis ist gepflegt. Vor der Installation lohnt ein Blick auf diese Angaben in der Detailansicht:
| Angabe | Gutes Zeichen | Warnsignal |
|---|---|---|
| Zuletzt aktualisiert | In den letzten Monaten | Länger als ein Jahr her. Bei länger nicht getesteten Plugins zeigt wordpress.org selbst einen Warnhinweis |
| Getestet bis | Aktuelle WordPress-Version | Mehrere Hauptversionen zurück |
| Aktive Installationen | Mehrere Tausend | Sehr wenige, bei heiklen Aufgaben wie Sicherheit oder Zahlungen |
| Bewertungen | Viele Bewertungen, gute aktuelle Rezensionen | Aktuelle Ein-Stern-Rezensionen mit gleichem Problem |
| Support-Forum | Viele Threads als „gelöst“ markiert | Unbeantwortete Fragen über Monate |
| Mindestanforderungen | Passen zu deiner PHP-Version | „Erfordert PHP“ höher als bei dir installiert |
Grundsätzlich gilt: So wenige Plugins wie nötig, so viele wie sinnvoll. Jedes Plugin ist zusätzlicher Code, der gepflegt werden muss. Welche Plugins für typische Aufgaben empfehlenswert sind, zeigt der Hub WordPress-Plugins.
Premium-Plugins und andere Quellen
- Direkt beim Hersteller: Viele Plugins haben eine kostenlose Version im Verzeichnis und eine Pro-Version auf der Herstellerseite. Das ist der sicherste Weg für Premium-Plugins, inklusive Updates.
- Marktplätze: Plattformen wie CodeCanyon oder Plugin-Shops großer Anbieter. Prüfe dort Update-Häufigkeit und Support-Zeitraum.
- GitHub: Manche Entwickler veröffentlichen Plugins nur dort. Updates kommen dann nicht automatisch über das Dashboard, sofern das Plugin keinen eigenen Update-Mechanismus mitbringt.
- Nicht: „Nulled“-Seiten, die Premium-Plugins gratis anbieten. Solche Pakete enthalten häufig Hintertüren oder Spam-Code. Warum das so gefährlich ist, steht in WordPress sicherer machen. Lizenzrechtliche Hintergründe erklärt Unter welcher Lizenz steht WordPress?.
Für Shops ist WooCommerce der Standard. Einen Überblick gibt Kann ich mit WordPress einen Onlineshop betreiben?.
Für Fortgeschrittene: WP-CLI, API und Sicherheitslücken prüfen
Mit WP-CLI durchsuchst und installierst du Plugins aus dem Verzeichnis direkt auf der Konsole:
wp plugin search kontaktformular --fields=name,slug,active_installs,rating,last_updated --per-page=10
wp plugin install contact-form-7 --activate
wp plugin list --update=available
Dieselben Daten liefert die öffentliche Plugin-API von wordpress.org als JSON, praktisch für eigene Auswertungen:
https://api.wordpress.org/plugins/info/1.2/?action=plugin_information&slug=contact-form-7
Bekannte Sicherheitslücken in Plugins listen öffentliche Datenbanken wie die von Wordfence oder Patchstack. Seit WordPress 6.5 können Plugins außerdem im Header mit Requires Plugins: angeben, welche anderen Plugins sie brauchen. WordPress verhindert dann die Aktivierung ohne diese Abhängigkeiten.
Willst du selbst ein Plugin schreiben und ins Verzeichnis bringen, lies Wo finde ich eine Anleitung zur Plugin-Programmierung?.
Frage dazu? Du suchst ein Plugin für einen bestimmten Zweck? Frag im WPDE-Forum unter „Plugins“ nach Empfehlungen aus der Praxis.
Häufige Fragen
Sind Plugins aus dem offiziellen Verzeichnis geprüft?
Jedes neue Plugin wird vor der Aufnahme vom Plugin-Team geprüft, unter anderem auf Lizenz, Richtlinien und offensichtliche Sicherheitsprobleme. Spätere Updates werden nicht einzeln manuell geprüft. Gemeldete Lücken führen aber zur Sperrung, bis sie behoben sind.
Wie viele Plugins sind zu viele?
Es gibt keine feste Zahl. Entscheidend ist die Qualität, nicht die Menge. Zehn gut gepflegte Plugins sind unproblematischer als drei veraltete. Deaktivierte Plugins, die du nicht mehr brauchst, solltest du löschen.
Gibt es auch ein Verzeichnis für Themes?
Ja, unter wordpress.org/themes, ebenfalls direkt im Dashboard unter Design → Themes → Theme hinzufügen. Tipps zur Auswahl stehen in WordPress-Theme wählen und anpassen.