WordPress-Theme wählen und anpassen: der Leitfaden

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· von Norbert Hofmann

Kurz gesagt: Themes findest du im offiziellen Verzeichnis unter Design → Themes → Theme hinzufügen oder auf wordpress.org/themes. Achte auf regelmäßige Updates, gute Bewertungen und darauf, ob es ein Block-Theme ist: Block-Themes passt du im Site Editor (Design → Editor) an, ohne Code. Bei klassischen Themes nutzt du den Customizer und für Codeänderungen ein Child-Theme. Ändere nie die Dateien eines Themes direkt, sonst sind die Änderungen beim nächsten Update weg.

Diese Seite ist der Einstieg in den Bereich Themes & Design. Sie erklärt die Grundlagen und verweist auf ausführliche Antworten zu einzelnen Aufgaben.

Block-Theme oder klassisches Theme?

Block-ThemeKlassisches Theme
Anpassen überSite Editor: Stile, Templates, MusterCustomizer, Widgets, Menüs, Theme-Optionen
Header und Footerals Template-Teile frei bearbeitbarmeist im PHP-Code des Themes
Farben und Schriftenzentral in den Stilen (theme.json)je nach Theme im Customizer oder per CSS
BeispieleTwenty Twenty-Five, Ollie, FrostAstra, GeneratePress, Kadence, ältere Standard-Themes
Geeignet fürneue Websites, alle, die ohne Code gestalten wollenbestehende Websites, Page-Builder-Nutzer

Neue Standard-Themes von WordPress sind seit Jahren Block-Themes. Wer heute neu startet, fährt mit einem Block-Theme meist am besten. Ob dein aktives Theme ein Block-Theme ist, erkennst du daran, dass unter Design der Punkt „Editor“ erscheint statt „Customizer“.

Wo finde ich Themes?

  • Offizielles Theme-Verzeichnis: Tausende kostenlose Themes auf de.wordpress.org/themes, direkt im Backend unter Design → Themes → Theme hinzufügen installierbar. Alle Themes dort werden vor der Aufnahme geprüft.
  • Kommerzielle Anbieter: Premium-Themes mit Support und Zusatzfunktionen. Kaufe direkt beim Entwickler oder auf bekannten Marktplätzen.
  • Finger weg von „nulled“ Themes: Geknackte Premium-Themes aus dubiosen Quellen enthalten häufig Schadcode oder versteckte Links und bekommen keine Sicherheitsupdates.

Woran du ein gutes Theme erkennst

  1. Aktuelle Pflege: letzte Aktualisierung vor wenigen Monaten, getestet mit der aktuellen WordPress-Version.
  2. Verbreitung und Bewertungen: viele aktive Installationen und gute Bewertungen, vor allem aus der letzten Zeit.
  3. Schlank: Ein Theme sollte Design liefern, keine Funktionen wie Kontaktformulare oder Shortcodes. Sonst verlierst du beim Theme-Wechsel Inhalte.
  4. Barrierefrei und schnell: Themes mit dem Tag „Accessibility Ready“ erfüllen Grundanforderungen. Prüf die Demo mit PageSpeed Insights.
  5. Deutsche Übersetzung: Ist das Theme übersetzt, erscheinen Texte wie „Weiterlesen“ oder „Kommentare“ auf Deutsch.

Teste ein neues Theme möglichst zuerst auf einer Testinstallation, siehe WordPress lokal installieren, oder nutze die Live-Vorschau vor dem Aktivieren.

Block-Theme anpassen mit dem Site Editor

Unter Design → Editor öffnest du den Site Editor. Dort gibt es drei zentrale Bereiche:

  • Stile: Farbpalette, Schriften, Abstände und das Aussehen einzelner Blocktypen für die ganze Website. Viele Themes bringen mehrere Stilvarianten mit.
  • Templates: Aufbau von Startseite, Einzelbeitrag, Archiv, Suche und 404-Seite. Hier legst du etwa fest, ob das Datum oder der Autor angezeigt wird.
  • Muster und Template-Teile: wiederverwendbare Abschnitte wie Header und Footer. Änderst du den Header einmal, gilt das überall.

Deine Änderungen speichert WordPress in der Datenbank, nicht in den Theme-Dateien. Deshalb überstehen sie Theme-Updates. Willst du zum Original zurück, setzt du ein Template über das Menü mit den drei Punkten zurück.

Klassisches Theme anpassen

  • Customizer: Design → Customizer führt zu Logo, Farben, Header-Bild, Menüs und Widgets, je nachdem, was das Theme unterstützt.
  • Menüs und Widgets: Unter Design → Menüs und Design → Widgets. Was Widgets sind, erklärt Was sind Widgets?
  • Zusätzliches CSS: Im Customizer unter „Zusätzliches CSS“ für kleine optische Änderungen.
  • Child-Theme: Für Änderungen an Template-Dateien oder PHP-Code legst du ein Child-Theme an, das vom Original erbt. So bleiben deine Änderungen bei Updates erhalten.

Typische Aufgaben rund ums Theme

Theme wechseln ohne Datenverlust

  1. Mach ein Backup.
  2. Notiere Menüzuordnungen, Widgets und Einstellungen des alten Themes.
  3. Prüfe, ob Inhalte von Shortcodes oder Funktionen des alten Themes abhängen. Diese brauchen nach dem Wechsel ein Plugin als Ersatz.
  4. Nutze die Live-Vorschau des neuen Themes, bevor du es aktivierst.
  5. Weise nach dem Wechsel Menüs und Widgets neu zu und kontrolliere Startseite, Beiträge und Archive.

Für Fortgeschrittene: Themes mit WP-CLI und Child-Theme

# Installierte Themes und Update-Status
wp theme list

# Theme aus dem Verzeichnis installieren und aktivieren
wp theme install twentytwentyfive --activate

# Ungenutzte Themes entfernen (eines als Reserve behalten)
wp theme delete twentytwentythree

Ein minimales Child-Theme für ein klassisches Theme besteht aus einem Ordner mit einer style.css, deren Kopf das Eltern-Theme nennt:

/*
Theme Name: Mein Child-Theme
Template: twentytwentyone
*/

Template muss exakt dem Ordnernamen des Eltern-Themes entsprechen. Eigene Stile lädst du in der functions.php des Child-Themes mit wp_enqueue_style(). Auch Block-Themes lassen sich per Child-Theme erweitern, meist reicht dort aber der Site Editor.

Child-Theme für ein Block-Theme

Bei Block-Themes braucht das Child-Theme keine functions.php. Es besteht aus einer style.css mit demselben Kopf wie oben und optional einer theme.json, die nur die Werte enthält, die du ändern willst. Alles andere erbt es vom Eltern-Theme:

{
    "$schema": "https://schemas.wp.org/trunk/theme.json",
    "version": 3,
    "settings": {
        "color": {
            "palette": [
                { "slug": "primary", "color": "#283b46", "name": "Primär" }
            ]
        }
    }
}

Achtung bei Listen wie der Farbpalette: Definiert das Child-Theme eine Palette, ersetzt sie die des Eltern-Themes komplett. Nimm deshalb alle Farben auf, die erhalten bleiben sollen, nicht nur die geänderte. Eigene Templates legst du im Child-Theme unter templates/ ab, sie ersetzen dann die gleichnamigen des Eltern-Themes. Beachte: Im Site Editor gespeicherte Änderungen liegen in der Datenbank und haben Vorrang vor den Dateien. Das offizielle Plugin Create Block Theme legt ein Child-Theme per Klick an und kann deine Anpassungen aus dem Site Editor als Dateien ins Theme schreiben.

Frage dazu? Du suchst ein passendes Theme oder hängst bei einer Anpassung? Frag im Forum „Themes & Design“: Zum WPDE-Forum

Häufige Fragen

Sind kostenlose Themes schlechter als Premium-Themes?

Nicht grundsätzlich. Viele kostenlose Themes aus dem offiziellen Verzeichnis sind hervorragend gepflegt. Premium-Themes bieten vor allem mehr Vorlagen und direkten Support.

Mein altes Theme (zum Beispiel Kubrick) sieht in modernen Browsern kaputt aus. Was tun?

Sehr alte Themes wie das frühere Standard-Theme Kubrick werden nicht mehr gepflegt und sind nicht für aktuelle Browser und Mobilgeräte gebaut. Ein Wechsel auf ein aktuelles Theme ist die einzige nachhaltige Lösung.

Wie viele Themes sollte ich installiert lassen?

Das aktive Theme, bei Child-Themes das Eltern-Theme, und ein aktuelles Standard-Theme als Reserve zur Fehlersuche. Alle anderen löschst du, auch deaktivierte Themes können Sicherheitslücken enthalten.

Quellen

Über den Autor: Norbert Hofmann

Norbert betreibt das WPDE-Forum und hat jahrelang im technischen Support eines Webhosters täglich WordPress-Seiten betreut. Heute arbeitet er als Cyber Defense Analyst, hat Sicherheitslücken in WordPress-Plugins gefunden (veröffentlichte CVEs) und engagiert sich mit deepfake.de gegen Betrug mit Deepfakes. Mehr auf norberthofmann.com.

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